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Sind die Tage des Steuerparadieses auf den Balearen bereits gezählt?
Die Balearen haben sich seit Mitte 2025 zu einem der attraktivsten Regionen Spaniens entwickelt, wenn es um die Übertragung von Familienvermögen geht – sei es durch Erbschaft oder vor allem durch Schenkungen zu Lebzeiten. Doch genau in dem Moment, in dem tausende Familien dieses fast ideale Szenario zu nutzen begannen, hat das spanische Finanzministerium Alarm geschlagen: Der Vorschlag für ein neues autonomes Finanzierungsmodell könnte dieser radikalen Steuererleichterung ein Ende setzen – oder zumindest sehr harte Grenzen ziehen.
Der große Wandel 2025: 100 % Begünstigung für direkte Familienangehörige. Seit dem 25. Juli 2025 gilt dank einer Änderung im Haushaltsgesetz der Balearen der Impuesto sobre Sucesiones y Donaciones (Erbschafts- und Schenkungsteuer) für die Gruppen I und II (Ehepartner, Kinder, Enkelkinder, Eltern und Großeltern) praktisch nicht mehr. Erbschaften und Schenkungen waren so faktisch steuerfrei.
Unter welcher Bedingung? Bei Immobilien darf der angegebene Wert den Referenzwert des Katasteramts + 20 % nicht überschreiten, um Manipulationen zu vermeiden.
Die Auswirkungen waren sofort spürbar:
In nur fünf Monaten (Juli–Dezember 2025) haben 579 junge Balearen Schenkungen von Eltern oder Großeltern erhalten und dabei im Durchschnitt 17.806 € Steuern gespart – insgesamt über 10,3 Millionen Euro.
Für die Gruppe III (Geschwister, Onkel/Tanten, Neffen/Nichten) wurden die Begünstigungen ebenfalls verbessert, allerdings nicht auf 100 %: Ab 2025/2026 gilt eine gestaffelte Begünstigung von 25 % bis zu 60 % (je nach Fall, z. B. höher, wenn keine direkten Nachkommen vorhanden sind). Kurz gesagt: Die Balearen haben sich zu einem echten „familienfreundlichen Steuerparadies“ innerhalb Spaniens entwickelt – auf Augenhöhe mit Madrid oder Andalusien.
Die Bombe platzte nun bereits in den ersten Tagen des Jahre 2026: Das Finanzamt schlägt Alarm und will Grenzen gegen das „Steuerdumping“. Am 9. Januar 2026 stellte die Vizepräsidentin und Finanzministerin María Jesús Montero den Vorschlag der Zentralregierung für das neue autonome Finanzierungsmodell vor. Unter den vielen Neuerungen (höhere Übertragung von IRPF und IVA, neue Steuern usw.) ist ein Punkt besonders explosiv für die Balearen: Die Regierung will rechtliche Mechanismen einführen, um „Steuerdumping“ (unlauteren Wettbewerb durch extrem niedrige Steuern) zu verhindern und unterbinden dass „einige Steuerarten praktisch verschwinden“ – darunter ausdrücklich die Erbschafts- und Schenkungsteuer.
In der Praxis könnte das bedeuten: Einen verpflichtenden Mindeststeuersatz landesweit. Neu eingeführte Obergrenzen könnten die Möglichkeit der Autonomen Gemeinschaften beschränken, diesen Steuersatz abzuschaffen. Die Balearen signalisierten umgehend, dass die praktische Abschaffung der Erbschafts- und Schenkungsteuer für direkte Familienangehörige nicht verhandelbar sei.
Was passiert in den nächsten Monaten? 2026 wird eines der großen politisch-steuerlichen Konfliktjahre in Spanien: Sollte der Vorschlag der Zentralregierung umgesetzt werden können so werden die Balearen (wie Madrid oder Andalusien) gezwungen die Steuer zumindest teilweise wieder einzuführen… oder sie müssen finanzielle Nachteile in Kauf nehmen.
Praktischer Tipp für Familien (Stand: Januar 2026): Wer plant, Vermögen zu übertragen (besonders Immobilien oder größere Summen), sollte das jetzt nutzen – solange die aktuelle Regelung gilt. Treiben Sie Schenkungen oder Erbplanungen voran bevor mögliche Änderungen kommen. Bleiben Sie dran – die Lage kann sich schnell ändern!